Darum gehen Narzissten in ihren Beziehungen häufig fremd und wie sie das gegen dich benutzen.

Darum gehen Narzissten in ihren Beziehungen häufig fremd und wie sie das gegen dich benutzen.

Wenn du in einer Beziehung mit einem Narzissten warst oder bist, kennst du wahrscheinlich bereits die charakteristischen Verhaltensweisen, die mit diesem Persönlichkeitstypen verbunden sind: Ein narzisstischer Partner erwartet ständig ein Gefallen von dir, aber interessiert sich nur wenig dafür, was du möchtest oder was deine Wünsche sind. Wenn es um Sexualität geht, erwartet er von dir, dass du ihn befriedigst, während du geduldig darauf wartest, dass deine sexuellen Bedürfnisse erfüllt werden.

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Und schlimmer noch: Wenn dein Partner ein Narzisst ist, hat er möglicherweise sogar einen Hang zum Seitensprung. Darin sehen viele Narzissten nämlich die Möglichkeit, des Rückzugs, ohne sich einsam zu fühlen oder das Gefühl zu verlieren, von jemanden begehrt zu werden. 

Aber noch weitere Gründe sprechen dafür, dass Narzissten eher dazu neigen, ihren Partner zu betrügen:

1. Sie haben die Ansicht, dass sie selbst über dem Gesetz stehen und sich alles erlauben können.

2. Narzissten scheuen Intimität und versuchen diese durch Affären zu verzögern oder auszubremsen.

3. Sie wollen die Kontrolle behalten. Das Prinzip des Gebens und Nehmens in einer Beziehung wird von ihnen als Kontrollverlust interpretiert, was sie durch eine Affäre versuchen auszugleichen.

4. Sie haben schnell Langeweile und sie sehen eine Chance in einer sexuellen Affäre, um diese Langeweile zu lindern.

5. Sie bewahren immer ihre „Safe-Zone“ im Leben, wie zum Beispiel die Beziehung zu ihrem Partner, um mehr Stabilität im Leben zu haben und sich von dort aus das zu nehmen, was sie haben wollen.

6. Da Dinge, wie die Ehe und Monogamie, den Durchschnittsmenschen auszeichnen und Narzissten dazu neigen, ihre Besonderheit und Überlegenheit zu bekräftigen, rebellieren sie, indem sie eine Affäre eingehen.

Das alles kann einen Narzissten dazu antreiben, sich außerhalb seiner Ehe umzuschauen. Aber wie fängt der Betrug bei einem Narzissten überhaupt an?

Von Anfang an

Narzissten suchen häufig wahllos nach Sex mit mehreren Partnern und diese betrachten sie als Objekte, denn sie sind nichts weiter als Quellen narzisstischer Versorgung. Meist haben sie eine Person in ihrem Leben, die sie über einen längeren Zeitraum bei sich halten oder an sich binden. Das wäre dann zum Beispiel die offizielle Beziehung oder Ehe. Aber trotzdem suchen sie außerhalb dieser Partnerschaft nach Affären. Narzissten perfektionieren ihre Flirttechniken und feilen an ihren sexuellen Fähigkeiten, nur um erfolgreicher fremdgehen zu können. Sie betrachten dies sogar als eine Heldentat oder Kunstform.

Ein Narzisst fühlt sich aber immer wieder dazu gezwungen von einem Partner zum nächsten springen. Dies wird auch als „Partner-Hopping“ bezeichnet. Er hat gern komplizierte Angelegenheiten und Dramen in seinem Leben, darum bevorzugt er auch meist Jungfrauen, verheiratete Frauen oder sogar homosexuelle Partnerinnen.

Für Narzissten ist es umso lohnenswerter, desto schwieriger eine Frau zu haben ist. Sie betrachten ihre außerehelichen Affären nicht als unmoralisch, sondern glauben, dass es ihnen zusteht. Denn in ihren Augen, sind ihre Affären bedeutungslos und stellen keine Bedrohung für ihre Beziehung dar. Und hinzukommt, dass männliche Narzissten Frauen meist in einem schlechten Licht wahrnehmen. Darum machen sie immer weiter, bis die Partnerin irgendwann davon erfährt und sich eventuell von ihrem Narzissten trennt.

Was passiert aber, wenn ein Narzisst verlassen wird?

Wenn Narzissten verlassen werden, sind sie natürlich schockiert und verletzt, denn dies kratzt ihr Ego erheblich an. Sie können eine Phase der Depression und Wut durchmachen und sogar mit Selbstmordgedanken zu kämpfen haben. Aber sie treten meist nach einer Weile wieder sehr gestärkt auf und das Schlimme ist, dass Narzissten sich an diesem Punkt meist sogar noch mehr dazu gezwungen fühlen, genau denselben Weg weiter zu gehen. Also auf in die nächste Jagdrunde!

Diese Verhaltensweisen sind besonders typisch für die sogenannten somatischen Narzissten. Aber es gibt noch eine andere Art von Narzissten. Der sogenannte zerebrale Narzisst.

Der Unterschied zwischen somatische und zerebrale Narzissten

Zerebrale Narzissten sind geistesfokussiert, während somatische Narzissten körperfokussiert sind. Somatische Narzissten erhalten ihre narzisstische Versorgung, indem sie ihren Körper anwenden. Sie stellen ihren Körper zur Schau, zeigen ihre Muskeln und prahlen damit.

Die zerebralen Narzissten versuchen ihre narzisstische Versorgung durch Anwendung ihres Verstandes zu erzeugen. Sie werden versuchen, andere mit ihrer Intelligenz, ihren akademischen Graden und ihren beruflichen Leistungen zu beeindrucken.

Ein zerebraler Narzisst betrachtet Sexualpartner ebenfalls als Objekte, aber dies tritt hauptsächlich sekundär auf, da es nur bei Trauma und Krisen vorkommt. Wenn er eine schmerzhafte Erfahrung in seinem Leben macht, sucht er verzweifelt nach einem Weg, um Aufmerksamkeit zu bekommen und sein Ego zu stärken. Da scheint Sex für ihn die beste Lösung zu sein.

Sobald jedoch die Erinnerungen an die Krise wieder verschwinden und die Wunden abheilen, zeigt dieser Narzisst sein wahres Gesicht. Er hat urplötzlich kein Interesse mehr an Sex und fokussiert sich mehr auf intellektuelle Aktivitäten, wie Sport oder Politik oder er stürzt sich in größere Projekte. Er zieht sich sexuell und emotional vollkommen zurück und zeigt keinerlei Interesse mehr an seiner Partnerin.

Es kann sogar so weit kommen, dass er sich komplett sozial isoliert und jegliche Intimität vermeidet. Das Problem dabei ist aber, dass alte ungelöste Konflikte hochkommen und sich dann alles wiederholt. Er fühlt sich allein gelassen und der Zyklus beginnt von vorn.

Er sucht nach einer neuen Quelle, um sein Ego das zu geben, was es braucht und sucht sich möglicherweise eine neue Partnerin. Daraufhin setzt der Rückgang der sexuellen Aktivität ein, zusammen mit der emotionalen Abwesenheit und der sozialen Isolation. Dies ist ein Teufelskreislauf, aus dem zerebrale Narzissten nur selten herausgelangen.

Ein weiterer Unterschied zum somatischen Narzissten besteht darin, dass der zerebrale Narzisst eher sexuell treu ist. Seine Sexualität schwankt nämlich stark, da er von der Hyper-Sexualität am Anfang der Beziehung bis ganz zur Asexualität übergehen kann. Aus diesem Grund fühlt er sich daher nicht dazu gezwungen, fremdzugehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass nicht grundsätzlich alle Narzissten fremdgehen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Verhaltensweisen von beispielsweise zerebralen Narzissten, weniger manipulativ oder weniger toxisch sind. Sie können mindestens genauso viel Schaden in Beziehungen anrichten, wie somatische Narzissten, die eher dazu geneigt sind, ihre Partner zu hintergehen.

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