6 psychologische Gründe, warum Menschen lästern.

6 psychologische Gründe, warum Menschen lästern.

Kennst du Menschen, die unheimlich gerne über andere tratschen oder lästern? Oder gehörst du vielleicht selbst dazu und kannst es einfach nicht lassen, schlecht über andere zu reden? 

Jeder hat wahrscheinlich schon einmal über Leute getratscht oder eine negative Information über sie verbreitet. Und die meisten Menschen finden trotzdem, dass man der- oder demjenigen, die Dinge einfach ins Gesicht sagen sollte, wenn einen etwas stört.

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Warum tratschen und lästern die Leute also? Welchen Zweck erfüllt es? Gibt es eine bestimmte Art von Person, die besonders viel tratscht? Und kann das Lästern überhaupt eine gute Sache sein? Obwohl das Tratschen normalerweise negative Assoziationen hat, gibt es auch positive Aspekte. Hier sind 6 psychologische Gründe, warum Menschen tratschen:

1. Es hilft ihnen dabei, sich mit anderen Menschen zu verbinden

„Eigentlich sollte ich es dir wirklich nicht sagen, aber ich weiß, dass ich dir vertrauen kann.” Wenn ein Freund das zu dir sagt, wie würdest du dich fühlen? Natürlich wäre man aufgeregt auf das, was als nächstes kommt. Man würde sich auch ein bisschen besonders vorkommen. Aber kann es nicht auch sein, dass diese Person irgendwann auch über dich hinter deinem Rücken ablästert? Menschen wissen das insgeheim, aber trotzdem lassen sie sich immer wieder auf einen Tratsch ein. Und das nicht ohne Grund: Denn laut Wissenschaft kann das Teilen von negativen Informationen über eine Person tatsächlich die Nähe zwischen Menschen stärken. 

2. Sie versuchen ihren Platz in einer Gruppe zu festigen

Menschen sind soziale Wesen und leben in Gruppen, das wissen wir. Aber wie behaupten wir unsere Position innerhalb dieser Gruppe? Tratsch ermöglicht uns, unseren Platz innerhalb unserer Gruppe zu festigen. Nach der Theorie der sozialen Identität haben Menschen eine eingebaute Tendenz, zu Gruppen gehören zu wollen. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen hilft dabei, unsere Identität aufzubauen. 

Das Tratschen mit Leuten aus unserer Gruppe über diejenigen, die nicht zur Gruppe gehören, zeigt, dass unsere Gruppenmitglieder ein gewisses Maß an Vertrauen haben. Wir werden akzeptiert und unsere Position innerhalb dieser Gruppe wird beibehalten und sogar gefestigt.

3. Sie wollen andere Personen vor etwas oder jemanden warnen

Diese Art von Lästern nennt man prosozialen Tratsch. Menschen mit einem moralischen Kompass neigen dazu, Klatsch und Tratsch über diejenigen zu teilen, die nicht vertrauenswürdig sind, um andere Menschen vor ihnen zu warnen. Vielleicht hast du selbst manchmal das Gefühl, andere vor skrupellosen Arbeitern, schlechten Praktiken oder Abzocke schützen zu müssen. Der Tratsch mag also negativ sein, aber es geht um Menschen, die sich unsozial verhalten haben. Somit dient er als Warnung.

4. Sie verwenden es als eine Manipulationstaktik

Eine Studie aus dem Jahr 2019 beschreibt die positiven und negativen Motive zum Tratschen sehr gut. Ein interessantes Detail ist, wie positiver Tratsch häufiger wahrheitsgemäß ist und negativer Tratsch eher falsch ist.

Falscher Tratsch ist nämlich auch eine gute Möglichkeit, um Gerüchte über eine Person zu verbreiten. Die Studie argumentiert, dass sich Menschen von falschem Tratsch manipuliert fühlen und glauben, dass jemand versucht ihr Verhalten zu ändern. Und damit lagen sie nicht falsch. Denn die meisten Menschen passen ihr Verhalten an die Quelle des Tratsches an. Letztendlich will natürlich niemand das nächste Tratsch-Opfer sein.

5. Es gibt ihnen das Gefühl, dass sie anderen überlegen sind

Wenn du den neuesten Tratsch kennst, bist du in einer Machtposition, besonders wenn dieser Tratsch eine andere Person niederschlägt. Du weißt nicht nur etwas, was jemand anderes tut oder getan hat, sondern das was du weißt, kann sogar schädlich für den Ruf desjenigen sein. Und wie wir wissen, stärkt negativer Tratsch die Bindungen, was das Gefühl von Überlegenheit verstärken kann.

Indem du jemanden niederschlägst mit deinen Worten, steigerst du das Selbstwertgefühl deiner Gruppe. Menschen nutzen Tratsch also, um sich besser zu fühlen. Es ist jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme, die nicht lange anhält.

6. Sie möchten schlichtweg soziale Informationen verbreiten

Der Evolutionspsychologe Robin Dunbar schlägt vor, dass das Lästern einzigartig menschlich ist und als solches eine wichtige soziale Bedeutung hat. Und er scheint mit dieser Theorie richtig zu liegen, wenn man bedenkt, dass satte zwei Drittel unserer alltäglichen Konversation soziale Gespräche sind. Wir sagen unseren Freunden, dass es in der Stadt ein gutes Restaurant gibt oder dass ihr Lieblingsgeschäft einen Ausverkauf hat oder dass jemand in der Nähe ihrer Straße ausgeraubt wurde. Klatsch wird somit auch verwendet, um einfach nur soziale Informationen preiszugeben.

Ein bisschen Tratsch kann also hilfreich sein, wenn es darum geht, andere Menschen zu warnen oder sie vor einem Fehler zu bewahren. Lehne also nicht jeden Tratsch ab, bevor du gehört hast, was es ist.

Aber woran erkennt man, ob der Tratsch wahr oder falsch ist?

Vergiss nicht, du bist kein passives Publikum für jemanden, der lästern. Du kannst immer Fragen stellen. Wo hat sich der Vorfall ereignet? Zu welcher Uhrzeit und zu welchem ​​Datum ist es passiert? Solche Fragen können einen falschen Tratsch schnell aufdecken.

Wenn du entschieden hast, dass der Klatsch positiv und hilfreich ist, kannst du ihn weitergeben. Das solltest du jedoch tun, wenn derjenige mit seinem Tratsch schlechte Absichten hat oder jemandem schaden möchte.

Wechsle zum Beispiel das Thema und sage dann höflich, dass du nicht über Menschen hinter ihrem Rücken sprechen möchtest, da eine Geschichte immer zwei Seiten hat. Oder du konfrontierst denjenigen und fragst ihn direkt, warum er so abfällig über diese Person spricht.

Verteidige die Person, über die gelästert wird, wenn du es für angebracht hältst. Oder gehe einfach weg und ignoriere es. Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, um damit umzugehen. Die Entscheidung liegt letztendlich bei dir, ob du dich an dem Tratsch beteiligen möchtest oder eben nicht.

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