6 Dinge, über die Menschen mit Depressionen niemals sprechen würden

6 Dinge, über die Menschen mit Depressionen niemals sprechen würden

Viele Menschen leiden heutzutage unter Depressionen. Diese zeichnet sich üblicherweise durch eine langanhaltende depressive Stimmung, verringerte Energie, gestörter Schlaf oder Appetit und noch vielen anderen Anzeichen aus. Die Probleme führen oft zu einer Einschränkung im Leben des Menschen und kann ihn daran hindern seinen täglichen Verantwortungen nachzugehen.

Zwar ist das Bewusstsein für psychische Krankheiten größer als nie zuvor, aber dennoch gibt es Dinge von denen man eher selten hört, wenn es um Depressionen geht. Das Problem ist, dass Depressionen nicht immer sichtbar sind, selbst wenn die Person im Inneren schwer zu kämpfen hat. 

Manche Symptome werden von den Betroffenen lieber nicht offenbart, da Scharm und Druck eine große Rolle spielen. Die folgenden Dinge, spricht ein Mensch mit Depression lieber nicht an:

1. Der Wunsch danach, etwas an dem psychischen Zustand verändern zu können

Viele Menschen sehen das Leben als selbstverständlich an. Sie denken, dass sie die Kontrolle über ihr Leben haben und dass sie verhindern können, dass ihnen gewisse Dinge zustoßen. Da sie diese Einstellung in sich tragen, fällt es ihnen schwer depressive Menschen zu verstehen. Sie projizieren ihre innere Welt auf Menschen mit Depressionen und denken, dass sie selbst daran schuld sind, dass sie depressiv sind. 

Niemand in dieser Welt entscheidet sich aber dazu, depressiv zu werden. Das ist keine Entscheidung. Man fühlt sich unwohl, steht morgens schon völlig demotiviert und ausgelaugt auf und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Man ist leer von innen und man weiß einfach nicht wann oder ob dieses Gefühl jemals wieder verschwinden wird. 

Menschen mit Depressionen merken, dass andere in ihrem Umfeld darunter leiden. Sie wissen nicht damit umzugehen oder fühlen sich von dem depressiven Menschen heruntergezogen. Es ist nicht so, als würde der Betroffene dies nicht verstehen. Er erkennt sehr wohl, dass er eine Last für die Menschen um sich herum ist. Und er fängt sogar an zu glauben, dass er das Problem für alle anderen ist, die ihm nahestehen. Er wünscht sich so sehr, dass er seine Situation ändern könnte. Aber er ist hilflos und er fühlt sich machtlos. Er glaubt, dass es keinen Weg aus dieser Dunkelheit gibt. 

 

2. Schamgefühle, weil man sich nicht so fühlen kann wie sich andere Menschen fühlen

Wer depressiv ist, weiß, dass man ständig daran erinnert wird, wie unfähig man ist. Das Leben ist für den Betroffenen einfach zum Stillstand gekommen, und alle anderen um ihn herum leben normal weiter. Depressive Menschen fühlen sich schuldig für ihr Verhalten und ihre Art. Sie wissen ganz genau, dass sie ihre Verantwortung für sich selbst nicht mehr wahrnehmen können. Und dafür schämen sie sich.

Sie merken, dass sie die Erwartungen anderer nicht mehr erfüllen können und sind chronisch demotiviert. Sie können manchmal sogar die einfachsten Handlungen nicht mehr ausführen, was ihnen absolut peinlich ist.

 

3. Angst davor, verurteil zu werden

Es ist etwas völlig anderes, wenn man wirklich in derselben Situation steckt oder die Gefühle einfach nur nachzuempfindet. Menschen mit einer Depression leben von ihrem Supportsystem und brauchen die Empathie ihrer Mitmenschen konstant. Sie brauchen vor allem jemanden, der gut zuhören kann und sie nicht für ihr Verhalten verurteilt.

Denn die größte Sorge eines Menschen mit Depressionen, der sich jemanden öffnet, ist, von demjenigen missverstanden zu werden. Es fällt ihnen sehr schwer sich auszudrücken. Sie haben Probleme das Was oder Wie zu erklären und geraten immer wieder in Sackgassen. Sie fühlen sich oft wie versteinert von ihren Gefühlen und wollen auf keinen Fall eine Last für ihre Familie oder ihre Freunde sein. 

 

4. Angst davor sich zu öffnen, weil man sich nicht verstanden fühlt

Depressionen fühlen sich für die Betroffenen wie ein Gefängnis an. Man kann ihnen nicht entkommen, denn sie kontrollieren einen. Und das Problem dabei ist, dass man sich nicht immer gut ausdrücken kann. Wenn man nicht wirklich erklären kann, was in einem los ist, dann werden Menschen um einen herum meist stutzig. Diese Situation ist dann für den Betroffenen noch frustrierender.  

Manche Menschen versuchen zu helfen oder sie gar um jeden Preis da rauszuholen. Sie versuchen den Therapeuten zu spielen und wollen von jetzt auf gleich mit einer Lösung daherkommen. Dabei möchte der Betroffene gar nicht, dass man ihn rettet. Er möchte stattdessen einfach nur jemanden mit einem offenen Ohr und einer geduldigen Einstellung. Das Letzte, was ein Mensch mit Depressionen will, ist etikettiert oder abgestempelt zu werden.

Er braucht keine gutgemeinten Ratschläge, sondern Einfühlungsvermögen. Er will einfach nur gehört werden. Sätze, wie „Sei nicht so empfindlich“ oder „Du musst dich mehr anstrengen“ werden einen Menschen mit Depressionen nicht weiterhelfen. Diese Sätze können das Ganze sogar noch verschlimmern, da es für den Betroffenen frustrierend ist, als schwach angesehen zu werden.

 

5. Die mangelnde Fähigkeit, die Dinge positiv zu sehen

Wenn depressive Menschen positiv sein könnten, dann glaub mir, würden sie es tun. Denn jeder weiß, dass positives Denken eine gute Einstellung ist, um durchs Leben zu kommen. Aber wenn wir mal über uns selbst nachdenken, müssen wir feststellen, dass wir nicht jeden einzelnen Tag unseres Lebens mit einer positiven Einstellung leben konnten. Es fiel uns manchmal schwer eine positive Einstellung zu bewahren.

Es ist wichtig, sich an dieser Stelle noch einmal bewusst zu machen, dass eine Depression keine Entscheidung ist. Es ist völlig normal, dass depressive Menschen Probleme damit haben, die Zukunft optimistisch zu sehen oder sich gar eine Zukunft aufzubauen. Denn sie haben sehr oft die Hoffnung verloren. Eine positive Einstellung zu haben, fällt einem Menschen mit Depressionen also viel schwerer als psychisch gesunden Menschen.

 

6. Das Gefühl, wertlos zu sein, egal was andere sagen

Ein depressiver Mensch hat Probleme damit, morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen. Oft lässt auch die Selbstpflege nach. All diese Umstände lassen den Betroffenen sich irgendwann wertlos fühlen. Sehr oft entsteht dieses mangelnde Selbstwertgefühl dadurch, dass depressive Menschen weniger am Leben teilhaben. 

Stattdessen sitzen sie zuhause und machen sich selbst Vorwürfe, dass sie nur zuhause sitzen. Selbst wenn die Betroffenen liebevolle Menschen um sich herumhaben, können sie trotzdem glauben, dass sie des sozialen Kontakts nicht wert sind. 

Es ist ganz egal, ob du selbst Depressionen hast oder jemanden kennst, der unter Depressionen leidet, wichtig ist, dass du erkennst, dass Depressionen immer bedeuten, dass jemand eine schwere Zeit durchmacht. 

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