Mach’s gut 2018 – was ich dir noch sagen wollte.

Written by: Gast

Published on: Dezember 28, 2018

Kaum ein Zeitpunkt bringt Menschen so sehr zum Nachdenken wie der Jahreswechsel. Es ist Zeit, Dinge hinter sich zu lassen und das alte Jahr abzuschließen. Gleichzeitig birgt das neue Jahr neue Chancen, neue Möglichkeiten. Vielleicht wird das dein Jahr? Doch zunächst solltest du das alte Jahr würdig verabschieden.

Je älter wir werden, umso mehr scheint es uns, dass die zeit nahezu verfliegt. 365 Tage sind nur ein Wimpernschlag in unserer Lebenszeit, und je mehr Jahre an uns vorüberziehen, umso häufiger kommt es vor, dass wir traurig werden. So viel verlorene Zeit, so scheint es. Häufig stehen wir zum Jahreswechsel da und blicken auf ein Jahr zurück, das nicht so lief, wie wir es uns gewünscht hätten.

„Gut, dass dieses furchtbare Jahr vorüber ist“, „ein grauenvolles Jahr“, „2018 hat mir kein Glück gebracht“ – solche Sätze hören wir immer und überall, und auch du hast dich womöglich bereits dabei ertappt, wie du solchen negativen Gedanken nachgehangen bist. Doch eigentlich sollte niemand mit solchen trüben Gedanken das Jahr beschließen, ganz gleich, was es für ihn bereitgehalten hatte.

Die Zeit verfliegt

Stetig dreht sich die Welt weiter, und wir haben es sehr eilig, das alte Jahr abzuhaken, nicht mehr daran zu denken und uns ins neue zu stürzen. Auch dieses kommende wird vielleicht wieder viel zu schnell verfliegen, ohne dass wir es genutzt haben.

Jedes einzelne Jahr ist kostbar, und deshalb ist der Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt, um sich gebührend vom alten Jahr zu verabschieden, loszulassen, was in unserem Leben keinen Platz mehr findet und mit Zuversicht in ein neues Jahr zu blicken.

Wir sprechen nicht von den üblichen guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Es ist längst bewiesen, dass sie wenig Bestand haben. Wenn wir uns vornehmen, im nächsten Jahr endlich abzunehmen, mit dem Rauchen aufzuhören, gesünder zu leben, mehr Sport zu treiben oder sparsamer zu werden, setzen wir unsere Hoffnung auf ein verändertes Ich – pünktlich um Mitternacht. Dass das nicht funktionieren kann, leuchtet ein. Wir sind, wer wir sind – mit unseren Fehlern und unseren Schwächen. Auch wenn ein Jahr verstreicht, heißt das nicht, dass wir plötzlich ein anderer, besserer Mensch sind.

Und dennoch ist der Jahreswechsel perfekt, um deinem Leben eine neue Richtung zu geben. Neujahrsvorsätze funktionieren nicht, weil wir vergessen, dass wir uns selbst weiterentwickeln müssen, um etwas zu verändern. Doch wir können uns verändern, wenn wir es uns erlauben, in uns zu gehen, uns Schwächen und Misserfolge einzugestehen und Mut für einen Neuanfang zu fassen. Und der Jahreswechsel ist gerade deshalb so perfekt für eine solche Veränderung, weil wir ihn wie einen Anker verwenden können, um unseren Zielen und Hoffnungen einen äußeren Rahmen zu geben.

Der Jahreswechsel ist eine neue Chance, die wir nutzen können, wenn wir uns mit dem, was war auseinandersetzen.

Das Jahr Revue passieren lassen

In jedem Moment deines Lebens bist du bestimmt von Eindrücken und Emotionen. Du kannst selten eine Situation nüchtern betrachten, weil du immer auch emotional eingebunden bist und diese Gefühle auf den Augenblick überträgst. Zum Jahresende sind Menschen meist entweder sehr euphorisch und aufgekratzt, oder traurig und melancholisch. Je nachdem, welcher dieser beiden Gemütszustände zutrifft, neigen wir dazu, diese Stimmung auf das gesamte vergangene – und auch kommende – Jahr zu übertragen. Um jedoch neutral das alte Jahr Revue passieren zu lassen, hilft es, eine Art Journal zu verfassen. Das kann auf einem Block, auf losen Blättern Papier oder auch in ein kleines Album hinein sein. Wichtig ist, dass du dir zeit dafür nimmst und in einer ausgeglichenen Stimmung bist.

In diesem Journal hast du Gelegenheit, dir aufzuschreiben, was im vergangenen Jahr weniger gut lief. Welche Schicksalsschläge hatte das Jahr für dich parat, was ist dir nicht geglückt? Aber auch die positiven Momente solltest du notieren, denn leider sind gerade die es, denen wir häufig viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken.

Nicht alles war schlecht

Ja, es gibt schwere Momente – das ist in jedem Leben so. manchmal sind es die großen Schicksalsschläge, die uns völlig aus der Bahn werfen. Manchmal stürzen Welten ein – wenn geliebte Menschen sterben, eine Arbeitsstelle gekündigt wird, finanzielle Krisen sich auftun oder eine Trennung uns den Boden unter den Füßen wegreißt. Dann erscheint alles schwarz und sinnlos. Wenn alles in Scherben liegt, wie kann man dann das vergangene Jahr wie einen guten Freund verabschieden? Und wie kann man genügend Zuversicht finden, dass es im neuen Jahr irgendwie besser werden könnte?

Je schwerer die Bürde war, die uns das letzte Jahr aufgetragen hatte, umso weniger können wir uns vorstellen, dass wir in den nächsten Monaten wieder aus diesem Loch finden.

Doch bei all diesen schweren Gedanken vergessen wir, dankbar für die guten Momente zu sein, die uns das letzte Jahr brachte. Deshalb solltest du unbedingt in deinem Journal innerhalten und dir überlegen, welche schönen Momente das letzte Jahr für dich bereithielt. Du wirst vielleicht im ersten Moment denken, dass es da kaum erwähnenswerte Erlebnisse gab, doch je mehr du dich drauf einlässt und in deiner Erinnerung nach positiven Erlebnissen kramst, umso mehr wirst du finden. Denn: Nicht alles im letzten Jahr war schlecht.

Dankbar sein für die schönen Momente

Der Schlüssel zu einem erfüllten und glücklichen Leben ist Dankbarkeit. Wir vergessen im Alltag leider viel zu oft, dankbar zu sein. Wir hetzen unseren Zielen und Träumen hinterher, beschäftigen uns permanent mit dem, was wir erreichen wollen und dem, was in der Vergangenheit nicht nach unseren Vorstellungen verlief, dass wir das, wofür wir dankbar sein können, übersehen. Tatsächlich ist jeder einzelne Tag mit glücklichen Sekunden gefüllt.

Wofür bist du dankbar? Dafür, womöglich, dass du gesund bist? Vielleicht hast du ein beruflich schwieriges Jahr gehabt, jedoch gute Augenblicke mit engen Freunden genossen. Vielleicht liegt eine schmerzhafte Trennung hinter dir, du konntest jedoch immer auf den Rückhalt deiner Familie vertrauen? In jedem leben gibt es etwas, wofür wir dankbar sein können. Es gibt diese schönen Sommertage, an denen es uns so leichtfällt, die Seele baumeln zu lassen. Es gibt diese verregneten Sonntage, die sich auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und einem Buch trotzdem so gut anfühlen. Es gibt diese fröhlichen Runden, in denen wir bei netter Gesellschaft die Sorgen des Alltags vergessen. Es gibt diese freundlichen Worte, die jemand überraschen zu uns sagt, und die unsere Seele streicheln.

Krame in deiner Erinnerung, lass das Jahr Revue passieren und fokussiere dich allein auf die positiven Augenblicke.

Stelle dir die folgenden Fragen:

* Was habe ich im letzten Jahr erreicht?

* Was hat mich weitergebracht?

* Welche Schwierigkeiten konnte ich meistern, welche Probleme lösen?

* Welche besonderen Menschen sind in mein Leben getreten?

* Wann habe ich mich rundum wohlgefühlt?

* Was habe ich Neues gelernt?

* Was habe ich mich endlich getraut?

* Worüber habe ich herzlich gelacht?

* Was hat mich verzaubert?

* Welche Lieder haben mich fröhlich gestimmt?

* Was oder wen habe ich geliebt?

Wenn du diese Fragen schriftlich beantwortet hast, wirst du feststellen, wie viel Schönes das vergangene Jahr doch für dich bereitgestellt hatte.

Schlechte Momente akzeptieren

Ja, auch Schlechtes ist geschehen, und wenn du schwere Schicksalsschläge oder Rückschläge wie berufliche Fehlentwicklungen, Trennungen, Auseinandersetzungen und gesundheitliche Probleme, ja vielleicht sogar den Verlust eines geliebten Menschen erleiden musstest, ist das ganze Jahr für dich negativ belastet. Diese negativen Erfahrungen lassen sich nicht ausradieren. Akzeptiere sie als Teil deiner Lebenserfahrung. Das Gute daran ist: Du hast die Krisen überstanden, ganz gleich, wie schwer sie waren. Du bist weitergegangen, und das Jahr liegt unwiderruflich hinter dir. Hake es ab und versuche, auch aus dem Schlechten Positives für dich zu schöpfen:

* Du hast dazu gelernt

* Du hast Kraft gefunden und weitergemacht

* Du hast vielleicht erkannt, auf wen du dich in schweren Zeiten verlassen kannst

* Du weißt nun, was du ganz sicher nicht mehr willst

* Negative Wendungen geben dir die Chance auf einen Neuanfang – nicht ohne Grund heißt es, dass sich für jede geschlossene Tür eine neue öffnet.

Nach vorne blicken

Das Schöne am Jahreswechsel ist, dass du nach vorne blicken kannst. Was war, ist vorüber. Es liegt ein völlig neues Jahr vor dir – 365 Tage voller neuer Möglichkeiten. Wie wirst du sie nutzen?

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