Ghosting- Warum Menschen gehen und dann wieder kommen, als sei nichts gewesen.

Written by: Gast

Published on: November 28, 2018

Es war wunderbar zwischen euch beiden. Es hatte wirklich gefunkt. Schon an eurem ersten Abend hat er dir den Kopf ein bisschen verdreht. Du gingst mit Schmetterlingen im Bauch zu Bett und träumtest von ihm. Am nächsten Tag war eine Message von ihm auf deinem Handy: „Ich möchte dich wiedersehen. Heute Abend?“ Du warst hin und weg. In der gleichen Nacht traft ihr euch wieder. Euer erstes offizielles Date. Er war charmant und lustig. Es hat gepasst zwischen euch beiden und auch er machte dir deutliche Anzeichen, dass er mehr als nur interessiert an dir ist. Es war einfach wunderbar und es hätte nicht besser laufen können.

In den kommenden Wochen traft ihr euch andauernd. Ihr gingt Eislaufen und hattet einen riesen Spaß dabei euch gegenseitig hoch zu helfen und wieder hinzufallen. Ihr gingt Hand in Hand durch den Park und ihr konntet die Finger gar nicht voneinander lassen. Abends feiertet ihr ausgelassen – die Nacht gehörte euch. Den Sonntag verbrachtet ihr unter der Bettdecke. Nächte voller Gespräche, Tage voller Zärtlichkeiten. Es war perfekt. Du dachtest es würde für immer so bleiben.

Eines ganz normalen Tages, nach ein paar Wochen schrieb er nicht mehr. Du wartetest auf seine Gute-Nacht-Nachrichten. Am nächsten Morgen blieben sie immer noch aus. Du schriebst ihm. Eine Nachricht, dann noch eine. Du riefst ihn an. Keine Antwort. Du machtest dir große Sorgen. War etwas passiert? Du hattest keine Ahnung wo er wohnte, kanntest seine Freunde nicht. So weit wart ihr noch nicht gewesen. Du hattest keine Ahnung wie du ihn hättest erreichen können. Du machtest dir riesige Sorgen. Dachtest pausenlos an ihn und hofftest, dass es ihm gut gehen würde.

Tage vergingen, schon waren es zwei Wochen. Du warst krank vor Sorge um ihn. Da ploppte eine Nachricht auf deinem Handy auf. Es war er! Hektisch öffnetest du sie. Er wollte vorbeikommen. Du warst überglücklich, dass er lebte, dass ihm nichts passiert war. Als er vor deiner Tür stand, fielst du ihm in die Arme. Du hattest dir solche Sorgen um ihn gemacht, sagtest du ihm. Er lächelte und küsste dich. Du verstandst nicht was passiert war, aber du warst einfach nur unendlich erleichtert, dass er wieder bei dir war.

Nach ein paar Tagen war es, als wäre er nie weggewesen. Er schlief bei dir, ihr liebtet euch. Ihr teiltet euer Leben wieder miteinander, als sei nichts geschehen. Ihr habt nie wieder darüber gesprochen. Es war eine seltsame Geschichte gewesen, aber du warst einfach froh ihn wieder bei dir zu haben, hattest du doch wirklich Angst gehabt, er könnte für immer fort sein. Von da an schätztest du ihn noch mehr. Du kümmertest dich aufopfert um ihn, last ihm jeden Wunsch von den Lippen ab. Du warst die perfekte Freundin. 

Und er war der perfekte Freund. Bis er wieder verschwand. Wieder einmal, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Kein Anzeichen hatte morgens darauf hingedeutet, dass er das Haus verlassen und nicht wiederkommen würde. Du wartetest auf ihn, mehrere Stunden. Es wurde dunkel, es wurde Abend, dann Nacht. Du konntest nicht schlafen, wälztest dich im

Bett hin und her, in dem er letzte Nacht noch neben dir gelegen hatte. Du dachtest an ihn, wo er wohl gerade sei, was er machte. Du littest Höllenqualen, aber immerhin dachtest du diesmal nicht, dass er tot sei. Er war schon einmal wiedergekommen. Er würde auch diesmal wiederkommen! Du hofftest und betetest. Und irgendwann war er einfach wieder da. Ohne Begründung, als sei er gar nicht fort gewesen. Er küsste dich, er liebte dich. Er lebte wieder mit dir. Und du warst froh ihn neben dir zu haben. Und sagtest nichts. Du zeigtest dich dankbar. Und das bestärkte ihn nur.

Irgendwann war es normal geworden. Anfangs hattest du riesige Angst gehabt, ihn jeden Moment wieder zu verlieren. Und du warst daran fast verrückt geworden. Aber man gewöhnt sich an alles nach einer Zeit. Die Furcht war zu deinem ständigen Begleiter geworden und du nahmst es hin, dass er manchmal verschwand. Dass er dich verließ und du keinen Schimmer hattest, wo er sich gerade rumtrieb und wann er wieder zurückkommen sollte. Ob er es überhaupt tat. Du lerntest in dieser Ungewissheit zu leben. Und dein Leben war über diese Zeit ein einziges Warten geworden. Du wartetest auf ihn. Warst immer bereit ihn mit offenen Armen zu empfangen, wenn er zurückkam.

Tatsächlich geht es vielen Menschen wie dir. Sie lieben Geister. Menschen, die verschwinden, als wären sie nie da gewesen. Sie sind auf einmal wie vom Erdboden verschluckt. Und wenn sie schon eine Weile weg sind, fragst du dich, ob das alles nur ein Traum gewesen war. Aber ihre Zahnbürste in deinem Bad erinnert dich daran, dass sie real sind. Oft traust du dir selbst nicht mehr. Und du fängst auch an, an dir zu zweifeln. Dein Leben liegt auf Eis, während du und all die anderen Partner von Menschen die Ghosting betreiben, darauf warten, dass er wieder zurückkommt und euer gemeinsamer Alltag weitergehen kann.

Die Wahrheit ist, dass dieser Mensch, der es sich herausnimmt zu verschwinden, wie ein Geist und nach einiger Zeit einfach wieder aufzutauchen, als wäre nichts gewesen, dieser Mensch ist nicht fähig eine Beziehung zu führen. Er ist feige und egoistisch. Er lebt sein Leben, wie es ihm gerade passt und du und all die anderen mitfühlenden gutherzigen Menschen, die er damit verletzt und behandelt, als müssten sie jederzeit für ihn da sein, ihr habt etwas besseres verdient!

Das Problem ist, dass du ihn nur bestärkst, indem du ihm zeigst, dass er keine Konsequenzen für sein rücksichtsloses Verhalten dir gegenüber zu tragen hat. Du empfängst ihn immer, du bist nie böse, wenn er wiederkommt. Im Gegenteil, du überschüttest ihn mit Dankbarkeit und Fürsorge. Aber dieser Mensch, der zu egozentrisch ist, als sich in deine Lage hineinzuversetzen, der nicht mit dir mitfühlt, dem bist du im Grunde egal. Er behandelt dich wie ein Produkt, dass er entsorgt oder im Schrank verstaut, wenn er es gerade nicht braucht. Er sieht nicht, dass du viel mehr bist als das. Er sieht nicht, wie wertvoll du bist und dass er sich glücklich schätzen kann dich zu haben.

Leider siehst auch du das nicht. Du lässt dich von ihm so behandeln, als wärst du nichts wert. Und das Dilemma ist: Irgendwann glaubst du das auch. Lass seine falsche Einstellung nicht zu deiner werden! Glaube ihm nicht, wenn er dir mit seinen miesen Taten zeigt, dass du es nicht wert bist, jemanden zu haben, der bei dir ist. Immer.

Auch wenn es hart wird. Auch wenn der Alltag kommt. Jemand sollte dich halten, wenn DU es brauchst. Leg dein Leben nicht auf Eis für einen Menschen, der dich nicht verdient hat. Du bist großartig und du verdienst jemanden der sein Leben mit dir teilt, egal was kommt und nicht einen der feige verschwinden, wie ein Geist! Hier bekommst Du meinen Ratgeber (Buch) 

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